
Patellaluxation bei Hund und Pferd
Wenn die Kniescheibe herausrutscht
Eine Patellaluxation ist eine seltene, aber ernstzunehmende orthopädische Erkrankung, bei der die Kniescheibe (Patella) aus ihrer normalen Position rutscht.
In den meisten Fällen geschieht das zur zur Innenseite (medial), seltener zur Außenseite (lateral).
Sie tritt häufiger bei jungen Tieren auf, kann aber auch bei ausgewachsenen Tieren vorkommen. Ursachen sind z.B. Unfälle oder auch Extrembelastungen, wie sie manchmal auch bei wilden Spielen vorkommen können. Umstritten ist ob sie auch durch einen Gen-Defekt begünstigt wird.
Hunde und Pferde können gleichermaßen betroffen sein.

Patellaluxation, Symptome
Meist tritt es plötzlich auf. Mitten im Spiel oder mitten in der Bewegung. Euer Hund jault manchmal kurz auf, so wie Ihr AUA schreien würdet. Ihr seht es dann anschließend oftmals z.B. an
- Plötzliches Hinken oder Lahmheit
- „Festhalten“ des Beins in gestreckter Position
- Schwierigkeiten beim Anheben des Beins oder beim Rückwärtsrichten
- Manchmal ist ein Schnappen oder Knacken beim Lösen der Kniescheibe hörbar
Patellaluxation, Diagnose
- Umfassende Untersuchung
- Bewegungsanalyse
- Abtasten des Knies (manchmal kann die Kniescheibe manuell verschoben werden)
- In schweren Fällen: Röntgen oder Ultraschall, um andere Schäden auszuschließen
Patellaluxation, Behandlung
Wie immer heißt es erst einmal Ruhe bewahren. Dann solltet ihr das Tier Eurem Tierarzt vorstellen. Je früher Diagnose und Start der Behandlung erfolgt, desto besser sind die Heilungschancen. In jedem Fall natürlich: erst mal Ruhe für das Tier!
In vielen Fällen und Abhängig von der Diagnose eures Tierarztes kann die Krankheit konservativ gut behandelt werden, so dass der operative Weg zwar möglich ist, aber nicht gleich am Anfang stehen muss. Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad I…IV.
Konservativ:
- Physiotherapie und gezielter Muskelaufbau, insbesondere der Oberschenkelmuskulatur
- Bewegungstherapie: kontrollierte Bewegung, z. B. Führmaschine, Bergauftraining
- Futterergänzungen zur Unterstützung von Sehnen und Gelenken (z. B. MSM, Glucosamin)
Operativ:
- Mediale Desmotomie: Durchtrennen eines Bandes, um die Kniescheibe freier beweglich zu machen
- Tibiale Tuberositas-Verschiebung (selten beim Pferd, eher bei Kleintieren)
- In ganz schweren Fällen: Fixierung oder dauerhafte Stabilisierung der Kniescheibe (nicht immer erfolgversprechend)
Patellaluxation, Prognose
- Bei milden Fällen und früher Therapie: gute bis sehr gute Prognose
- Bei schweren, chronischen oder beidseitigen Luxationen: vorsichtigere Prognose
- Früher Trainingsbeginn bei Jungpferden / -Tieren kann vorbeugen helfen
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Siehe auch: Wikipedia zu diesem Thema.